In meinem Päckchen von Stoffies.de war nicht nur die Überhose von Boo&Boo, sondern auch die Wonderfluff! Diese Wollwindel von Boo&Boo hat ein ganz besonderes Detail, so dass sie den Namen Wonder auf jeden Fall verdient!

Über Stoffies.de:

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Über die Stoffwindel:

Die Wonderfluff ist eine Überhose aus Wolle mit einer Aussenschicht aus Jersey. Sie muss gefettet werden und wird dann genauso wie eine PUL-Überhose als Nässeschutz verwendet. Sie benötigt eine Mullwindel oder andere Einlagen als Saugmaterial. Sie läßt sich mehrfach benutzen – im Schnitt circa 2-3 Wochen. Denn Wolle ist selbstreinigend und lüftet sich sauber. Dies kennt ihr vielleicht von einem Woll-Pullover. Diesen muss man auch nicht nach jedem Tragen in die Wäsche geben. Erst nach einiger Zeit sollte man ihn waschen, denn es lagern sich ja auch Hautschüppchen und – im Falle der Windel – Urinkristalle in der Wolle ab. Manchmal genügt ein Auffrischungsbad mit der Wollwaschseife von Glückswindel, ansonsten einfach mit Wollwaschmittel waschen und dann neu fetten (Anleitung hier).

Über die Materialien:

Die Wonderfluff hat innen gestrickte Merinowolle (die Wolle ist zertifiziert kbT und somit muleslingfrei) und außen einen Jersey-Stoff aus Baumwolle. Der Jersey-Stoff hat keine Funktion, sondern macht die Windel einfach nur schön bunt!

Das besondere an der Wonderfluff sind die Beingummis. Denn diese sind wie BH-Träger selbst einzustellen (manche kennen das System von der Charlie Banana). Dadurch gibt es außen keine Snaps in der Leibhöhe – und das ist wirklich großartig! Warum? Weil es beim Snappen immer eine Wulst gibt bei Wollüberhosen, da das Material dicker ist als PUL und meistens an den Snaps auch noch doppelt gelegt. Und das ist bei der Wonderfluff eben nicht so. Da verteilt sich das ‚übrige‘ Material einfach sanft um die Beingummis.

(Das man durch die fehlenden Snaps noch etwas Plastik einspart, muss ich nicht dazu sagen, oder 😉

Über die Passform:

Sie sitzt toll! Wirklich perfekt bei uns! Und das direkt beim ersten Mal Beingummis einstellen. Denn das ist etwas schwieriger, weil man sich ja durch die Wolle durch – am besten mit einer Häkelnadel – die Gummis rausholen muss. Es lohnt sich aber, denn die Einstellung bleibt dann so, bis zum nächsten Wachstumsschub. Die Beingummis sitzen perfekt an und halten dicht – ohne Abdrücke zu machen (was bei Wolle zugegeben ja eh selten ist). Vorne sitzt sie optimal , weil dort kein Woll-Wulst ist, der drückt oder die Snaps aufspringen könnten.

Die Wonderfluff ist außerdem recht schmal im Schritt, was ich als Tagesüberhose super finde! So ist es auch mit weicher und und gut ausgeformter Einlage kein Problem, die Beine parallel zu stellen!

Ich bin eigentlich kein Fan von Jersey-Wollwindeln, sondern benutze bei allen anderen Marken lieber Webware. Die Wonderfluff gibt es allerdings nur in Jersey (Webware wäre zu unflexibel mit den verstellbaren Beingummis). Sie sitzt aber auch  besser als andere Jersey-Modelle bei meinem Sohn. Außer dem Material muss eben auch der Schnitt passen!

Links ist der Beingummi nicht gestrafft, rechts schon!

Die Wonderfluff ist ein Onesize-Modell und von 3,5kg bis 17kg angegeben. Mein Sohn hat aktuell ca 12kg und 86/92 in der Kleidergröße. Sowohl bei den Beingummis als auch am Bund ist noch viel Potenzial! Dank der unabhängig einstellbaren Beingummis passt sie auch sowohl für dünne als auch für dicke Beine!

Das Schnittmuster ist übrigens aus dem Fluffstore.

Über Saugvolumen und Dichthalten:

Durch den schmalen Schnitt passt die Wonderfluff perfekt für den Tag. Sie sitzt bei meinem Sohn am besten mit einer Mullwindel drin. Ein Hanf-Booster passt aber auch noch mit rein. Das hält bei ihm dann ca 2-3 Stunden. Länger sollte ein Wickelintervall auch nicht sein, am besten nach dem zweiten Pipi. Mehr dazu findest du hier!

Die Wonderfluff hat außerdem vorne eine Lasche, so dass man die Mullwindeln super einlegen kann und nichts verrutscht. Ich falte die Mullwindel meistens etwas kürzer als die Überhose, so dass unter den Snaps kein Saugmaterial liegt. Denn so sitzt sie oben am Bund perfekt.

Die schmale Höschenwindel von Huda passt allerdings auch gut drunter und liefert noch etwas mehr Saugmaterial.

Die Wonderfluff muss natürlich gefettet werden, hält dann aber dicht. Dies ist ein Arbeitsschritt mehr als bei einer PUL-Überhose, aber dafür macht man das auch nur alle 2-3 Wochen (Waschen und Fetten).

Tipps zur Wahl bzw. Position der Einlage findest du hier: You Tube

Vergleich zu anderen Wollüberhosen:

Hier seht ihr die Wonderfluff im Vergleich mit mehreren Herstellern. In den genauen Vergleich gehe ich mit Windelinge und Emilino: Alle drei sind aus Bio-Merinowolle und haben einen schmalen Schnitt – super also für den Tag.

Emilino hat die klassische Snap-Anordnung, wie man sie auch von PUL-Überhosen kennt. Die Wolle ist hier doppelt gelegt und in der Haupt-Pipizone noch mal verstärkt. Ganz klar – je mehr Wolle, desto dichter und auch desto saugfähiger. Denn reicht das Saugmaterial einmal nicht aus, kann Wolle auch kleine Mengen aufnehmen. Trägt aber optisch auch leicht mehr auf als die Windelinge Überhose.

Windelinge hat eine andere Art die Leibhöhe einzustellen, nämlich durch Umklappen des Bundes. Dort ist eine weitere Reihe Snaps vorhanden. Die Windel wird so in der Leibhöhe kürzer und auch den Beinbündchen enger. Nutzt man das aber nicht, hat man je nach Lage des Saugmaterials die innenliegenden Snaps an der Haut (kann Abdrücke machen bzw Plastik an der Haut, wo es nicht durch die Einlage abgedeckt wird). Die Wolle ist hier einlagig. Das macht die Windel besonders dünn, der große Pluspunkt bei Windelinge. Jedoch muss sie dadurch in manchen Fällen mehrmals gefettet werden.

Die Wonderfluff von Boo&Boo hat die Snaps nur um die Windel zu schließen. Denn die Beinbündchen werden über das innenliegene Gummi selbst eingestellt. Dies ist zwar etwas fummelig, aber zum Glück macht man das nicht so oft. So hat man keinen Wulst oder  innenliegende Snaps. Der Stoff sortiert sich ganz gut um den Gummi herum, evtl muss da noch mal nach gearbeitet werden (ähnlich wie bei einem Tunnelzug an einer Hose, zieht sich das Material nicht gleichmäßig zusammen, sondern vermehrt an einer Stelle). Der Wollstoff ist hier zweilagig gelegt und im ersten Moment denkt man an eine Pocketwindel, was aber aufgrund des Fettens leider nicht funktioniert.

Über den Preis:

Mit 33,90€ ist die Wonderfluff günstiger als vergleichbare Wollwindeln (39-42€). Das liegt sicherlich zum Großteil daran, dass Windelinge und Emilino in Deutschland produziert werden. Außerdem ist der Baumwollstoff außen nicht zertifiziert oä, also wahrscheinlich aus konventionellem Anbau. Das senkt natürlich auch den Preis.

Du bekommst die Wonderfluff in verschiedenen, wechselnden Prints bei Stoffies.de – auf einen Rabattcode verzichten wir aufgrund der Stoffwindelwoche nächste Woche. Mit dem Code ‚Frühling‘ bekommst du aber einen 10€ Gutschein auf einen Einkauf von 75€ bei Stoffies.de

Resümee:

Für uns definitiv ein Favorit und mit Windelinge und Emilino ein fester Bestandteil meines Wolle-Test-Pakets. Sie ist schmal, die Beingummis sind top und sie paßt so allen Speckbein-Variationen. Ein Allrounder! Die Merinowolle ist zertifiziert kbT,  die Baumwolle leider gar nicht aus biologischem Anbau, im Gegensatz zu den anderen Marken wie Windelinge und Emilino (kbA und GOTS). Dass es die Windel nur als Jersey-Variante gibt, ist hier total okay, denn mit Webware liessen sich die Beinbündchen nicht so toll verstellen (der Stoff muss ja flexibel sein). Die Lasche vorne ist eine Seltenheit bei Wollwindeln und kann gut für Einlagen und Mullwindeln genutzt werden. Wie immer ein tolles Schnittmuster des Fluffstore und eine sehr schöne Umsetzung von Boo&Boo!

 

 


Diesen Artikel schrieb für dich Alicia, 34, Mutter eines Sohnes seit Dezember 17. Sie wickelt seit Tag 4 mit Stoff und hat schon so einige Windeln ausprobiert. Dies teilte sie erst auf Instagram und nun hier auf dem Blog mit Dir.