Stoffwindel-ABC

Wer sich mit dem Thema Stoffwindeln auseinandersetzt, trifft automatisch auf einige Spezialbegriffe. Dies ist ein Lexikon der Stoffwindelbegriffe und schafft euch einen schnellen und unkomplizierten Überblick:

A wie Abhalten

Das Baby über ein Töpfchen/Waschbecken/Toilette/Busch usw. halten . Am Anfang kann dies in der Stillhaltung erfolgen, später bieten sich andere Positionen (Hocken) besser an. Teil der Elimination Communication . Dem Baby wird das Abhalten angeboten, bzw. das Baby fordert das Abhalten ein und es kann sich so außerhalb der Windel entleeren.

A wie All in One

Komplettwindel aus nässeschützender Überhose (z.B. PUL) mit angenähtem Saugmaterial (z.B. Baumwolle). Vorteile: Sie muss nach der Wäsche nicht zusammengebaut werden. Sie fällt unterwegs nicht auseinander. Ist der Wegwerfwindel am ähnlichsten. Für Ungeübte meist sehr gut verwendbar. Nachteile: Die komplette Windel muss nach einmaliger Benutzung in die Wäsche. Dabei kostenintensiv in der Anschaffung, denn man kann die Einlage nicht austauschen und braucht so mehr Windeln. Man hat schnell einen großen Wäscheberg. Geprüfte AIOs: https://stoffwindelguru.com/all-in-ones

A wie All in Two

Zweiteilige Windel mit Überhose (aus PUL, TPU oder Wolle) und Saugmaterial. Also Überhose mit Einlage. Die Einlage kann eine Mullwindel, Prefold oder auch Snap-Einlage sein (dann wird die AI2 zur Snap-In-One), oder man nutzt eine Höschenwindel, hierzu gibt es besonders breite Überhosen. Vorteile: Meist günstige Anschaffung und geringeres Waschaufkommen, da oft nur die Einlage/Höwi gewechselt werden muss. Flexibel zusammenstellbar. Nachteile: Falten/Snappen nach der Wäsche. Es kann auch passieren, dass die Überhose stets mit beschmutzt ist (bei Höwis eher unwahrscheinlich). Entweder man wischt das PUL mit einem feuchten Tuch aus, oder man wäscht die komplette Windel (wie eine AIO). Wollüberhosen müssen bei übertragener Feuchtigkeit nicht gewaschen, sondern lediglich gelüftet werden. Geprüfte Polyester-Überhosen: https://stoffwindelguru.com/ueberhosen

A wie All in Three

Diese Stoffwindel besteht aus drei Teilen: Formgebende Aussenhülle (meist aus Baumwolle), Innenwanne (aus PUL oder Wolle) und Saugmaterial. Vorteile: Tolle Haptik, da Baumwolle aussen und noch schönere Designs. Einlagen flexibel zusammenstellbar. Wenig Wäsche, da meist nur das Saugmaterial ausgetauscht werden muss. Die Aussenwindeln müssen selten gewaschen werden, können dann mit anderer Kleidung in die 40°C Wäsche. Das Baby bedeckt nur ein kleiner Teil an Nässe, der Rest ist luftiger als bei anderen Windeln. Nachteile: Mehrgrössenwindeln wachsen nicht mit, meist zwei bis drei Größenschritte = Pro Größe müssen dann neue Windeln angeschafft werden. Sie müssen gut angelegt werden, damit sie nicht auslaufen. Nach der Wäsche muss man das dreiteilige System komplett zusammen bauen. Mache teilweise ein recht dickes Windelpaket. Bekannteste Marken und die Checks dazu: Windelmanufaktur, CulladiTeby & Sausekind

A wie Ammoniak

Als wir die Tage diesen Beitrag bei Die-besten-Stoffwindeln.de sahen, wussten wir, da fehlt noch was im Stoffwindel-ABC bei A: Ammoniak – einer der großen Übeltäter beim Stoffwickeln!
Ammoniak (NH3) besteht grob gesagt aus Stickstoff und Wasserstoff. Dieses Gas riecht stechend und reizt die Augen. Es entsteht durch die Zersetzung von Urin, vor allem bei Wärme und unter Luftabschluss. Ammoniak ist bei Stoffwindeln problematisch, da sich dieser Stoff am Gewebe festsetzen kann und nur schwer zu entfernen ist. Langfristige Schäden sind: Poröse Beingummis und Windeln aus Naturfasern werden dünn bzw. löchrig. Um der Entstehung von Ammoniak vorzubeugen, sollte man benutzte Stoffwindeln möglichst luftig, an einem kühlen Ort lagern (Achtung: Windeleimer-Deckel öffnen, auf die Fußboden-Heizung achten). Wenn sich Ammoniak bereits in den Windeln festgesetzt hat, kann man ausnahmsweise mit einer sauren Lösung arbeiten, um den Ammoniak zu neutralisieren. Geeignet ist der Ulrich natürlich, Entkalker: Die betroffenen Windeln in warmen Wasser mit ein wenig Entkalker 2 Stunden einweichen und danach wie gewohnt waschen. Oftmals wird hier auch Zitronensäure oder Essig empfohlen – diese greifen aber die Gunmis an, daher ist Milchsäure dafür viel besser geeignet!

Danke an Die-besten-Stoffwindeln.de für die Infos!

A wie Asia-Töpfchen
Stichwort Natürliche Säuglingshygiene (Abhalten/Ausscheidungskommunikation/Verzicht auf Superabsorber-Windeln). Die Idee und Form des Topfes stammt aus Asien, wo Windelfrei meist Teil der Alltagskultur ist. Er ist recht klein, passt prima zwischen die Oberschenkel der Eltern und ist perfekt für ganz kleine Babys und unterwegs – er passt oft sogar in große Wickeltaschen. Der breite Rand ist bequem und es wird weniger verschüttet. Eine kleine Schüssel mit breitem Rand tut es aber auch. Wenn der Rand kalt ist, kann das unangenehm fürs Baby sein. Hierfür gibt es entsprechende Überzüge. Hierfür gibt es Überzüge die man mittlerweile in vielen Onlineshops kaufen kann (Klick). Einen Sammel-Bericht einiger Eltern die das ausprobiert haben findest du hier (Klick).
B wie Bambus
Bambus saugt angeblich um ein Vielfaches mehr wie Baumwolle, meine persönliche Erfahrung ist jedoch, dass der Vorsprung von Bambus nicht so gravierend ist. Dennoch macht er besonders bei Saugeinlagen und Höschenwindeln eine gute Figur, er saugt etwas langsamer als Baumwolljersey, aber deutlich schneller als Hanf. Auch ist er nach vielen Waschgängen oft auch ohne Entkalker und Trockner noch relativ weich. Ich nutze ihn gerne als Booster, als Mittelschicht in einer Baumwoll-AIO oder als schmale und saugfähige Tageshöschenwindel. Waschbar bis 60°C.

Ökologie: Bambus an sich ist super ökologisch im Anbau, allerdings muss man das Material chemisch aufspalten und einen Faden spritzen (Viskose). Der Chemikalienabfall, der dadurch entsteht, ist nicht zu verachten. Bambusviskose ist also keine Naturfaser wie Baumwolle oder Hanf. Deswegen von mir nur eine eingeschränkte Empfehlung. Man kommt auch mit Biobaumwolle und Hanf super über die Runden.

B wie Baumwolle
Baumwolle ist für Stoffwindeln und Babykleidung ein sehr beliebtes Material, denn sie ist sehr langlebig und günstig. Stoffwindeln werden durch sie saugschnell und nässespeichernd. Nässe macht Baumwolle noch reißfester, das heisst in der Waschmaschine fühlt sich die Baumwolle recht wohl, dennoch geht sie beim Waschen etwas ein. Wenn der Stoff farbecht ist, kann er sogar gekocht werden, um eventuelle Keime komplett zu tilgen. Auch interessant zu wissen: ungebleichte Baumwolle saugt tatsächlich besser. Weiterhin ist er atmungsaktiv, isoliert Wärme aber kaum. Ein qualitativ hochwertiger Baumwollstoff fühlt sich an Babys Haut sehr weich an.
Mehr dazu: Info Baumwolle
Baumwolle wird bei Stoffwindeln ganz unterschiedlich eingesetzt: als Mullwindeln gewebt, als hochflorige Frottee-Einlage oder auch als glattes Jersey zur schnellen Saugfähigkeit. Sie ist sehr vielseitig und strapazierfähig.
B wie Bindewindel

– auch Strickbindewindel/ italienische Bindewindel genannt.

Sie ist aus gestrickter Baumwolle und sehr elastisch. Meist wird sie eher bei Neugeborenen benutzt, um den flüssigen Muttermilchstuhl aufzufangen. Sie kann nach den ersten Wochen z. B. mit einer Molton-Einlage oder einem anderen Booster in der Saugleistung unterstützt werden. Für größere Kinder lässt sie sich auch gut als Nachtwindel nutzen mit, beispielsweise mit einer Hanfeinlage
Obacht: Die Bändchen verheddern sich ordentlich in der Wäsche. Hier hilft flechten, bevor sie in die Waschtrommel kommen.
Trick 17: Wer die Bändchen lästig findet, der kann sie auch abschneiden und einen Snappy/Windelklammer stattdessen benutzen.
Die Strickindewindel ist nicht die einfachste Wickelmethode, wird aber gerne von Hebammen als klassische Stoffwindel mit einer Wollschlupf verwendet. Beweglichere Babys damit zu wickeln, kann schon eine Herausforderung sein.

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B wie Bodyverlängerung

B wie Bodyverlängerung

Stoffwindeln sind voluminöser als Wegwerfwindeln, besonders Nachtwindeln. Es kann also je nach Windelsystem ein ganz ordentliches Windelpaket entstehen und der Body spannen. Ein zu enger Body ist allerdings nicht nur unbequem fürs Baby und geht auf die Dauer kaputt, er kann auch unter die Beinbündchen der Stoffwindel rutschen und so die Nässe herausziehen. Problematisch, besonders bei Wollwindeln: Wenn Druck auf die Überhose kommt, drückt sich auch die Nässe durch. Ganz schön unpraktisch, denn gerade Stoffwindeln punkten doch eigentlich mit ihrer bequemen Passform und den weichen Bündchen.

Generell ist es schlau, Bodys oder Hosen eine Nummer größer zu kaufen: Passt länger und ist bequemer.

Aber auch ein kleines, praktisches Hilfsmittel kann hier Abhilfe schaffen: Bodyverlängerungen. Diese werden einfach an den Body geknöpft und erweitern ihn um ca. 7 cm. Das entspricht etwa einer Kleidergröße. Man spart also auch beim Klamottenkauf. Statt zum nächst größeren Body zu greifen, wächst dieser einfach mit.
Die Bodyverlängerungen gibt es mit unterschiedlichen Druckknopf-Größen (ca. 9 mm; 9,7 mm; 8,5mm; 7,2 mm; 7 mm und 5 mm). Manche Hersteller oder Onlineshops geben an, mit welchen Bodymarken die Verlängerungen kompatibel sind. Also vor dem Kauf immer schauen, welche Druckknopf-Versionen ihr braucht.

Bodyverlängerungen gibt es zum Beispiel von Avo&Cado oder Milchmädchen

C wie CBI
CBI bedeutet ‚charcoal bamboo insert‘ – also eine Einlage aus Bambuskohle. Bambus haben wir ja bereits erklärt, ist eine Viskosefaser aus gehäckseltem Bambus. Das Material, was in den CBI verwendet wird, ist eine Polyesterfaser aus Bambuskohle. Die Einlagen bestehen innen aus Mikrofaser und außen aus einem Mikrofleece aus Bambuskohle. Das Mikrofleece gibt es auch einzeln als Trockeneinlage zu kaufen, da es den Po trocken hält.
Warum aber nun die Bambuskohle in der Faser? Erstens färbt sie grau – sieht man keine Flecken später (wobei Mikrofaser eh kaum Flecken behält).
Angeblich soll die Bambuskohle antibakteriell wirken und Geruchsbildung verhindern. Dies ist aber nicht nachgewiesen. Bei einer guten Waschroutine ist sowas aber auch gar nicht notwendig, die Einlagen sollen ja durchs Waschen sauber sein und nicht durch Hilfsmittel im Material. Es ist außerdem umstritten, ob diese Nanopartikel der Kohle an die Umgebung und somit auch ans Kind abgegeben werden.
Ähnlich wie bei Bambus glauben aber einfach viele Käufer, dass es sich um ein Naturprodukt handelt, was es aber nicht ist.
Das Material ist ein komplettes Kunstprodukt. Der Vorteil daran ist, dass es darauf ausgerichtet ist, viel zu saugen. Mikrofaser gibt auf Druck aber die Nässe wieder ab und somit kann es zB im Tragetuch oder beim Hinplumpsen lassen von größeren Kindern leichter zu Unfällen kommen. Mikrofaser-Produkte geben beim Waschen Mikroplastik ins Wasser ab.
Das Mikrofleece hält die Haut des Kindes trocken, was bei auf Nässe reagierenden Kindern wichtig sein kann (derselbe Effekt ist aber auch mit einer ungefetteten Wolleinlage zu erreichen). Allerdings unterstützt die Feuchtigkeit am Po des Kindes die Ausscheidungskommunikation und somit das Trocken werden. Andersherum reagieren auch viele Kinder auf Mikrofaser und bekommen davon einen roten Po.
Stoffwindelguru bemüht sich ja immer um Naturfasern und die ökologischste Variante, daher untersuchen wir Stoffwindelstoffe nach diesen Kriterien. Gleichzeitig bemühen wir uns, euch Infos bereit zu stellen, die ihr dann selbst so nutzen könnt, wie ihr das möchtet und braucht.
D wie Drache
Der Mulli-Drache: Auch dies ist eine Falttechnik für Mullwindeln. Der Drache wird besonders bei größeren Kindern genutzt, da die volle Größe der Mullwindel ausgenutzt werden kann. Der Stoff verteilt sich gleichmäßig ums Kind. Das Einrollen der Seiten ist möglich und hilft sogar bei älteren Kiindern bei breiigem Stuhl oder Durchfall sehr gut. Die Mullwindel kann mit einer Windelklammer fixiert werden.
(Video-Anleitung folgt)
D wie Doppeltes Dreieck
Doppeltes Dreieck mit Mullwindel: Die einfachste Falttechnik für Mullwindeln. Diese wird gerne bei Neugeborenen genutzt. Hierbei wird einfach nur die Mullwindel zweimal zum Dreieck gefaltet und ums Kind gewickelt. Der Stoff verteilt sich gleichmäßig ums Kind. Es gibt keine Erhöhung im Rücken wie beim Dreieck mit Steg. Auch hier können die Seiten an den Beinen eingerollt werden, um Muttermilch-Stuhl innen zu halten. (Video-Anleitung folgt)
D wie Dreieck mit Steg
Dies ist eine Falttechnik für Mullwindeln. Das Dreieck mit Steg bündelt das meiste Saugmaterial im Schritt. Also dort, wo es gebraucht wird. Diese Faltung empfiehlt sich besondern bei Vielpiesler. Wenn die Abschlüße gut eingerollt werden, dann bleibt Muttermilch-Stuhl in der Mullwindel und die Überhose verschont. Der Steg ist allerdings auch im Rücken relativ dick und oft irritiert der Anblick bei einem Neugeborenen – hier einfach eine zum Steg gefaltete Mullwindel unter den Rücken des Babys legen. Schon liegt alles wieder auf einer Höhe!
Die Video-Anleitung von Julia, wie man das Dreieck faltet und wie man es ums Kind legt, findet ihr hier: Video: Mullwindel falten 
D wie Druckknöpfe
Druckknöpfe – auch Snaps genannt – werden zum Einstellen der Leibhöhe und dem Bauchumfang verwendet. Mit der Leibhöhe stellt man auch die Beinbündchen ein.

Vorteile von Snaps:
– nicht so leicht vom Kind zu öffnen (irgendwann kann das auch bei Snaps passieren)
– verschmutzen nicht wie Klett
– wenn zwei vertikale Snaps am Bauch vorhanden sind, kann man asymmetrisch schließen und hat so mehr Flexibilität bei Bauch und Beinen (zB bei Blueberry)
Nachteile von Snaps:
– nicht passgenau (vorgegebener Abstand zwischen den Snaps) im Gegensatz zu Klett
– für Laien/Fremde schwieriger die richtige Einstellung zu finden
– man muss in die Windel greifen, um sie zu schließen
– können rausreißen (Pul oder Stoff kaputt)
– an mobilen Kindern schwieriger zu schließen als Klett

Druckknöpfe sind meistens aus Plastik und werden zB unter dem Namen ‚KAM-Snaps‘ geführt. Windelzauberland nutzt allerdings Snaps aus Messing, also plastikfrei.
Reißen sie einmal aus, kann man sie meistens leicht wieder ersetzen.

E wie Elimination Communication
Elimination Communication (EC) – Ausscheidungskommunikation (Windelfrei)
In Deutschland ist der Begriff Windelfrei geläufiger als Ausscheidungskommunikation, da aber Windelfrei recht missverständlich ist und impliziert, dass man hierbei gar keine Windeln verwendet, nutzen wir gerne den Begriff der „Ausscheidungskommunikation“ oder auch „Topffit“. Wie der Begriff schon sagt, geht es dabei um Kommunikation. Babys kommen auf die Welt und kommunizieren Bedürfnisse wie Hunger, Nähe, Müdigkeit, allgemeines Befinden und eben auch ihr Ausscheidungsgefühl. Gerade die ganz Kleinen spüren besonders deutlich, wenn sie mal müssen und sind daher gerade in den ersten Wochen sehr empfänglich für Unwohlsein, sogenannte Koliken usw. Das ist die ideale Zeit mit dem Abhalten zu starten! Denn die Babys werden jetzt noch nicht von ihrer Mobilität und dem Forscherdrang abgelenkt. Sie signalisieren oft sehr deutlich wenn sie müssen. Es gibt aber auch Babys die kaum oder gar nicht sichtbar signalisieren, was aber nicht bedeutet das sie nicht abgehalten werden möchten und genauso davon profitieren wie andere Babys. Wir können dann z. B. in Standartsituationen abhalten, wie nach dem Schlafen, bei jedem Wickeln, vor/nach dem Essen, während dem Stillen uvm. Desweiteren gibt es noch das Konzept nach Timing abzuhalten, also bei den Kleinen z. B. alle 30 Minuten oder später alle 2 Stunden. Jedes Kind ist anders und nicht auf jedes passt jedes Konzept. Es kann sich alles auch wieder verändern, hier heisst es flexibel und spontan zu bleiben – nicht selbst in Routinen festzuhängen, die schon wieder ‚out‘ sind.

Ausscheidungskommunikation ist keine Einbahnstrasse! Auch wir Erwachsenen können darüber kommunizieren:
Ich kommuniziere ans Kind: Dass ich jetzt die Windel öffne und das Kind sich erleichtern kann – bei dieser Mitteilung fühlt sich das Kind gesehen. Statt einfach drauf los zu hantieren.
Ich kommuniziere ans Kind: Dass ich gerade nicht abhalten kann – ich aber die Windel direkt bei nächster Möglichkeit wechsle.
Ich kommuniziere ans Kind über Alternativen: Während Phasen in denen das Kind (gerade bei steigender Mobilität) nicht abgehalten oder aufs Töpfchen gehen möchte, kann ich weiterhin aktiv andere Möglichkeiten anbieten. Z. B. die Windel direkt nach jedem Pipi wechseln. Später wenn es zum Trocken Werden übergeht, ist Kommunikation dann sowieso besonders wichtig. Wir können aktiv das Kind mit einbinden wo und wie es ausscheiden kann, denn wenn das Kind selbst mitwirken darf, macht es ihm viel mehr Spaß. Ausscheidungskommunikation ist kein Töpfchetraining und nimmt somit Abstand vom Loben und Bestrafen bei Erfolg und Misserfolg. Ausscheidungskommunikation ist ein weiterer Bindungsbaustein, der die Eltern-Kind Beziehung bereichert.

E wie Einlagen
Pocketwindeln kommen ohne sie nicht aus, in die angenähte Tasche der Windel kann man beliebig Saugmaterial stopfen.
All-In-Ones haben festgenähte Einlagen halten mit der richtigen Zusatz-Einlage noch länger (boosten).
Beim Ai2-System aus Überhose und Saugmaterial braucht es eine Einlage. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die man sowohl an Kind als auch Überhose anpassen kann:

Gewickelt:
 

Diese drei Varianten bieten optimalen Schutz vor flüssigemStuhl/Muttermilchstuhl an der Überhose und verteilen gleichzeitig das Saugmaterial gut. Besonders bei einer Höschenwindel wird viel Saugmaterial in einem kompakten Paket untergebracht. Je mobiler das Kind wird, desto schwieriger wird natürlich das Anlegen.

Eingelegt:

Hier platziert man das Saugmaterial (lose) in der Überhose. Der Vorteil: Weniger Faltarbeit und weniger Aufwand am Kind (gerade wenn sie mobiler werden). Allerdings wird bei flüssigem Stuhl/Muttermilchstuhl die Überhose fast immer beschmutzt – dann heißt es entweder kurz abspülen oder in die Wäsche, was langfristig mehr Überhosen braucht. Daher empfehlen wir für diese Phasen eine passende Einlage ums Kind zu wickeln.

Affiliate-Links:

Blueberry Capri Überhose Newborn*

Blümchen Mullwindel

Avo&Cado Prefold

Newborn-Höschenwindeldie-besten-stoffwindeln.de/…/capri-ueberhosen-prefolds

Blümchen-Kuscheleinlagen

E wie Einlaufen

Die Materialien für Stoffwindeln sind generell nicht vorgewaschen/eingewaschen.
Besonders natürliche Materialien wie Baumwolle und Hanf enthalten noch besonders viel natürliche Öle, die ausgewaschen werden müssen (➡️Einwaschen)/sich mit der Zeit auswaschen, um zu ihrer eigentlichen Saugkraft zu kommen.
Ein weiterer Aspekt ist das Einlaufen. Denn die Stoffe laufen oft bis zu 10% ein – was natürlich einkalkuliert ist. So sind Prefolds zum Beispiel auf den ersten Blick neu sehr groß, passen aber dann perfekt in die Überhose

Affi-Links:
Prefold: https://bit.ly/2XgPeHC
Hanf-Höwi: https://bit.ly/2GuXVaP

F wie Falten
Wir haben euch bereits drei Arten des Faltens vorgestellt (findet ihr unter D). Diese benutzt man, um die Mullwindel ums Kind zu wickeln – gerade bei noch flüssigem Stuhl.

Doch auch wenn der Stuhl fester wird, muss man nicht auf fertige Einlagen umschwenken, sondern kann die Mullwindel in die Windel einlegen – individuell angepasst.

Hierzu gibt es Tipps und Tricks zum Falten der Mullwindeln als Steg (lose Einlage in die Überhose/Pocket). Man kann diese nämlich z. B. so falten, dass das Saugmaterial vorne dicker ist als hinten. Das ist besonders für Jungs von Vorteil. So ist die Saugkraft dort, wo sie benötigt wird und der Po schön schmal:

Für Mädchen faltet man das dann so, dass das Saugmaterial in der Mitte ist.

Auch Prefolds kann man für Jungs und Mädchen unterschiedlich falten:

 

Wichtig ist bei beiden, dass die Einlage immer in die Überhose paßt, also sowohl vorne als auch hinten abschließt. Das verhindert ein Verrutschen der Einlage in der Überhose.

Blümchen Mullwindel (https://bit.ly/2X7tdMo)
Avo&Cado Prefold (https://bit.ly/2TSHMBl)

F wie Fleece

Fleece (‚flausch‘) ist eine synthetisch hergestellte Stoffart aus Polyester (oftmals aus recycelten PET Flaschen gewonnen). Bei Stoffwindeln wird Fleece gerne als kostengünstige und vielseitige Variante eingesetzt.

Fleecy Liner: Diese sind hochflorig und werden als oberste Einlage in die Stoffwindel gelegt. Sie saugen nicht nennenswert, sondern leiten die Feuchtigkeit direkt in die Einlage darunter weiter. Fleece fühlt sich im feuchten Zustand trotzdem trocken an, daher das ’stay-dry‘ Gefühl trotz nasser Windel. Durch die hochflorige Struktur wird Muttermilchstuhl gut aufgehalten (wie bei Baumwoll-Frottee). Nachteil: Oftmals flusen die Liner und kleben in Mikropartikeln an Babys Po, manche Babyhaut reagiert mit Ausschlag. Durch die hochflorige Struktur verliert der Stoff leicht ‚Fusseln‘ , die als Mikroplastik ins Abwasser abgegeben werden. Eine gute Alternative zur Stuhlbremse ist hier Frottee.

 

Fleece-Liner: Diese werden auch ‚waschbares Windelvlies‘ genannt. Sie sollen die Windel vor Verschmutzung durch Beikost-Stuhl schützen. Dieser kann dann in der Toilette entsorgt werden und der Liner gewaschen werden. Bei breiigem Stuhl muss der Liner allerdings von Hand ausgewaschen werden. Eine gute Alternative ist hier eine ungefettete Wolleinlage, denn auch diese leitet die Feuchtigkeit weg.

 

Mikrofleece Einlagen oder in der Windel vernäht: Hierbei wird das Fleece auch als Trockeneinlage verwendet. Oft auf Hanfeinlagen, um schneller zu saugen als das Hanf-Baumwoll-Gemisch darunter. (Nachteil: Mikrofaser saugt nicht so gut bei einem Schwall Pipi. Es kann hier schnell zu Unfällen kommen, wenn lange angehalten und dann viel auf einmal gepinkelt wird. Außerdem verseift Mikrofaser bei falscher Pflege schneller als andere Materialien und saugt dann gar nicht mehr.

 

Fleece am Bündchen der Windel: Es gibt Hersteller, die Mikrofleece als Abschluss der Beinbündchen nutzen. Dies verringert die Abdrücke an den Beinen, da Mikrofleece weicher ist als PUL. Es gibt dies sowohl bei Überhosen als auch bei Schlupfhosen. (Nachteil: Das Saugmaterial darf nicht an die Bündchen kommen, denn sonst kommt wieder die leitende Funktion von Mikrofleece zum Zuge und die Windel wird undicht. Außerdem sieht es aufgrund von Pilling nach kurzer Zeit nicht mehr schön aus. Eine Alternative  mit wengi Abdrücken wäre hier die Wollüberhose (pillt aber auch).

 

Wird gerne verwechselt: Fleece ist nicht Vlies. Vlies ist eine Einlage aus Zellstoff, ähnlich einem Kosmetiktuch oder Zewa, um den (Beikost-)Stuhl aus der Windel zu entfernen.

G wie Gummis
Gummis sind eines der entscheidenden Vorteile an Stoffwindeln, denn sie verhindern sogenannte Kacksplosionen – ein Wort, was wir auch unbedingt ins ABC aufnehmen müssen 🙂 Stoffwindeln haben im Gegensatz zu Wegwerfwindeln ein Gummi im Rücken, was Muttermilchstuhl oder auch große Mengen Beikoststuhl dort behält, wo er sein sollte. In der Windel!
Gummis sind außerdem an den Beinausschnitten vernäht – wobei es hier auch schon eine softere Variante (mit Fleece bei PUL Windeln und mit Bündchen-Stoff bei Wolle) gibt. Die Länge und Elastizität der Gummis entscheidet auch über den Sitz der Windel.
Manche Windeln haben auch noch einen Gummi vorne am Bauch, wie zB die Überhose von Best Bottom. Dies ist super, wenn die Windel innen keine Lasche hat – denn beides verhindert, dass die Einlage beim Anlegen zu hoch rutscht und eine Nässebrücke zum Body herstellt.
Gummis können sowohl in Tunneln vernäht sein als auch direkt am Material – dann entstehen die besonders bei Höschenwindeln bekannten Rüschen.
Wenige Kinder reagieren auf die Gummis in den Windeln. Daher gibt es auch hypoallergene Gummis, die man zB in Unikate einsetzen könnte – oder o.g. Windeln ohne Beingummis (zB Finiwinis Slimline mit Bündchen). Diese Allergie tritt übrigens auch bei der Verwendung von Wegwerfwindeln auf.
Auch gibt es verschiedene Qualitäten, von billig produzierten Gummis bishin zu Gummis, die in Wollwindeln vernäht auch mal abgekocht werden können (Strippen).

H wie Hanf

Hanf wächst schnell, braucht kaum Pestizide (natürl. Schädlingsresistenz) und verbraucht im Vergleich zu Baumwolle circa die Hälfte an Wasser und Landfläche. Gedüngt wird Hanf ausschließlich organisch.
Die in Deutschland erhältlichen Hanfstoffe sind fast ausschließlich aus China (manchmal auch Indien) importiert.
Hanf ist ein tolles Material für Stoffwindeln. Es ist sehr langlebig und nimmt etwa 8 % des Eigengewichtes auf, ohne dass Wasser austritt und sich das Material nass anfühlt. Daher ist Hanf auch als oberste Auflage bei nässeempflindlichen Kindern eine Option, neben ungefetterer Wolle oder Mikrofaser. Die Faserstruktur von Hanf ist aufnahmefähiger als die von Baumwolle, Bambus oder Mikrofaser.

Großer Vorteil: Auch bei Druck auf die Saugeinlage wird sehr wenig Flüssigkeit abgegeben – im Gegensatz zu Mikrofaser – eine ideale Windeleinlage für Tragekinder.

Für Stoffwindel-Einlagen wir meist ein Hanf-Baumwollmix verwendet (Baumwolle macht weicher und saugt schneller). Dieser wird dann zu Fleece (grob) oder Jersey (glatt) verarbeitet:

  • Hanf-Fleece (z. B. bei Responsible Mother, Windelinge oder Ellas House) saugt aufgrund der rauen Oberflächenstruktur etwas langsamer als der glatte Jersey. Eignet sich besonders gut als Booster unter einer Baumwoll-Mullwindel oder Prefold. Bester Stoff für Nachtwindeln.
  • Schnell saugendes Hanf-Jersey, welches besonders bei „Schwallpieslern“ super ist, findet ihr z. B. bei Hemp Babies und Thirsties.

Hanf wird nach der Wäsche härter = die natürl. Öle waschen sich heraus und die Fasern stellen sich auf (Saugfähigkeit erhöht sich nach jeder Wäsche – Maximum nach circa 8 Wäschen erreicht).
Wer es gerne weicher hat, kann den Trockner benutzen (schon kurzes Antrocknen reicht aus) oder knetet mit der Hand/zieht die Einlagen über eine Tischkante.
Es gibt auch noch mehr Materialmix-Stoffe wie z. B. mit Bambusviskose: Höschenwindeln von Windelzauberland oder den Einlagen von Little Clouds. Der Mix mit Bambusviskose hält länger weich als mit Baumwolle. Allerdings wird auch Bambus über die Jahre etwas starrer.

H wie Hybridwindel

Hybrid bedeutet gemischt, von (mind.) zweierlei Herkunft. Im Falle von Stoffwindeln bedeutet das, dass verschiedene Arten von Saugmaterial verwendet werden können. Eine Hybridwindel ist also eine Überhose, die mit diversem Material gefüllt werden kann.

Variante 1: Sie kann z. B. mit wiederverwendbaren, aber auch mit Wegwerfeinlagen bestückt werden. Besonders bekannt sind in diesem Fall als Hybridwindeln Culla di teby & Gdiaper, da sie extra passende Einlagen sowohl aus Stoff als auch zum Wegwerfen herstellen. Ganz neu gibt es bei der Windelmanufaktur nun Einwegeinlagen von Fairwindel . Sie passen perfekt in das All in Three-Modell und können zu großen Teilen kompostiert werden, da sie zu 87% aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen! Dies ist zum Beispiel eine interessante Lösung für den Urlaub, wenn keine Wasch-/Trockenmöglichkeit vorhanden ist – und trotzdem so wenig Müll wie möglich erzeugt werden soll.

Variante 2: Aber auch eine Überhose ist eine Hybridwindel, denn sie kann mit Mullwindeln, Höschenwindeln oder Einlagen gefüllt werden. Diese Kombinierfähigkeit macht die Überhose so besonders. Wir nutzen unsere Überhosen auch genauso: Kombiniert mit dem, was nach Saugstärke und Wickelintervall gerade passt.

H wie Hygienespüler

Für manchen ist das Waschen von Stoffwindeln eine eklige Angelegenheit. Unser negativ geprägtes Bild von Ausscheidungen läßt uns sehr kritisch an das Thema Waschen heran gehen. So wird oft zu viel Waschmittel, (Chlor-)Bleiche oder auch Hygienespüler benutzt. Alles drei ist weder für die Gesundheit noch die Ökologie sinnvoll. Ein ‚zu viel‘ ist zudem schädlich für die Stoffe und kann durch Waschmittelablagerungen zu weiteren Problemen führen. Hygienespüler ist ein Desinfektionsmittel für Wäsche und wird durch die Werbung als dringend nötig für jede Wäsche angepriesen, ein Geschäft mit der Angst.
Doch genauer betrachtet hat Hygienespüler drei große Nachteile:

1) Er kann gar nicht richtig wirken. Eigentlich sollte er ca 30 Minuten einwirken, um wirklich zu desinfizieren. Das ist bei einer normalen Wäsche aber gar nicht der Fall. Man müßte also die Pause-Taste drücken, um eine Wirkung zu haben.
2) Er bleibt im Stoff, denn Hygienespüler wird wie Weichspüler nicht wieder ausgespült. Somit sind Bestandteile des Desinfektionsmittels dann in der Stoffwindeln und somit an Babys Popo. Dass diese darauf reagieren können, auch erst im Nachgang, müssen wir wohl nicht betonen.
3) Er ist schlecht für die Umwelt. Da er ja ohne große Wirkung wieder ausgespült wird, landet das Desinfektionsmittel in der Kanalisation und fördert dort die Entwicklung von multiresistenten Keimen.

Auch anhand ausgewählter Inhaltsstoffe würden wir Hygienespüler nicht empfehlen. Weitere Infos und Details zu Hygienespülern findest du bei Codecheck.info

1. Benzalkonium chloride (als bedenklich eingestuft bei Codecheck):

  • Tensid, hemmt Bildung von Mikroorganismen/zerstört Zellwände von Keimen
  • Allergiepotential
  • wird z. B. in Mundspülungen eingesetzt, als Konservierungsmittel in Augentropfen oder als Spermizid/Verhütungsmittel

2. Trideceth – 7 (bedenklich eingestuft bei Codecheck):

  • Tensid & Emulgator
  • Schwächt die Barrierefunktion der Haut = mehr Schadstoffe können eindringen
  • Breites Anwendungsgebiet von Duschgel bis zu Malerfarbe

3. Butylphenyl Methylpropional (sehr bedenklich eingestuft bei Codecheck):

  • Parfum-Rohstoff/Duftstoff Lilial
  • Potentes Kontaktallergen, mögliches Allergiepotential / beeinflusst evtl die Fruchtbarkeit / schädigt Wasserorganismen
  • Breites Anwendungsgebiet von Duschgel bis zu Malerfarbe

 

Was tun bei Krankheit/Pilzen usw.?
Wer ein sauerstoffbleichehaltiges Voll­wasch­mittel benutzt und die 60 Grad wählt, braucht im Alltag überhaupt keinen Hygienespüler. Bei Krankheiten empfiehlt es sich, die kochfesten Windeln bei 90 Grad mit ca. 2 EL Sauerstoffbleiche zu waschen. Die PUL- beschichteten Teile deiner Stoffwindelwäsche werden am besten mit einer Milchsäurekur/Tiefenreinigung wieder sauber (siehe Chart im Bild 2).

K wie Klettverschluss

Der Klettverschluss wird bei Stoffwindeln zum Verstellen des Bauchumfangs verwendet (alternativ zu Snaps/Druckknöpfen). Wenige Stoffwindel-Hersteller (wie Thirsties, Windelzauberland, Rumparooz, Anavy, Petit Lulu) bieten beide Verschlussarten an. Hersteller die ausschließlich Klett verwenden sind z. B.: Bambinomio, Totsbots, Popin […]

👍🏻Vorteile:
– flexibler anpassbar, da lückenlos verstellbar (keine Voreinstellung durch Abstände wie bei Snaps)
– Leichter zu adaptieren, gerade für Fremdbetreuung oä bzw ähnlicher dem Klett an Wegwerfwindeln
– Geht auch nachts im Halbschlaf


👎🏻Nachteile:
– Nutzt sich schneller ab als Snaps (kann abstehen oder verfransen)
– Muss zwischendurch mit einer kleinen Metallbürste gereinigt werden
– Kann von Kindern schneller geöffnet werden (passiert aber auch später mit Snaps)
– Wird manchmal als lauter empfunden und somit störend fürs nächtliche Wickeln
– Kann bei schlechtem Sitz oder falschem Anlegen am Bauch kratzen und scheuern.


💡Klett teilt sich auf in Flausch- und Hakenband (englisch hook and loop).
Bei manchen Windeln ist die Stelle, wo der Klett angenäht wird, eine Schwachstelle, da PUL durch bzw an den Löchern undicht werden kann. So hat Bambinomio eine Lasche als Schutz vor dem PUL, Totsbots hingegen hat die Überhose jetzt überarbeitet (V2) und den PUL zweilagig verarbeitet.

M wie Mulesling

Zur Vorbeugung gegen den Befall mit Fliegenmaden werden in Australien den Lämmern ohne Betäubung mit einer scharfen Schere Hautfalten um After, Vulva und Schwanz herausgeschnitten. Diese Wunden werden nicht weiter behandelt, sondern müssen von alleine heilen und vernarben. Auf dem Narbengewebe wächst keine Wolle mehr, es bleibt glatt und faltenfrei, so dass hier Maden nicht mehr angelockt werden.

Das „mulesing“ ist eine grausame und schmerzhafte Verstümmelung der Tiere und aus Tierschutzgründen entschieden abzulehnen. In Deutschland ist es verboten. Bei zu starken Verschmutzungen des Afters wird die umgebende Wolle geschoren, die Hautpartien werden aber intakt belassen. Weitere Infos hier: Tierschutzbund

P wie PUL
Polyester ist nicht per se wasserabweisend oder -dicht. Hierfür muss es laminiert werden – es entsteht PUL. Der Designstoff aus Polyester wird durch einem Kleber mit einer Plastikfolie verbunden. Daher auch das feine Muster auf der Innenseite des PUL – ganz viele kleine Klebepunkte.
T wie TPU
TPU ist kein neues Material, sondern auch ein PUL Stoff – nur anders verarbeitet. PUL wird mit chemischen Lösungsmittel verklebt, das heisst auf den Designstoff wird eine Plastikfolie aufgetragen und mit einem Kleber verbunden. Das TPU Verfahren nutzt statt der Chemikalien Hitze und Druck, um die Plastikfolie und den Designstoff zu verbinden. Heraus kommt ein <strong>weicherer PUL-Stoff</strong>, der belastbarer ist und dazu noch um einiges umweltschonender. Besonders interessant: Manche Kinder, die auf PUL mit einer Unverträglichkeit reagieren, kommen mit einer TPU-Windel besser zurecht.
W wie Wingdrop
Ein Wingdrop entsteht, wenn die Lasche des Vorderteil (der Flügel) unter dem Verschluss durch rutscht. Dies passiert in de Regal nur bei kleinen Babys, wenn noch die Snaps ganz vorne genutzt werden und nach hinten viel Material übrig ist. Verhindert werden kann das durch einen zweiten horizontalen Snap.